Einführung in Scrum

Scrum ist ein Spielzug im Rugby und heißt wörtlich übersetzt »Gedränge«. Es beschreibt das Gedränge der Spieler um den Spielball, nachdem das Spiel aus verschiedenen Gründen unterbrochen wurde. Scrum als Framework bildet ein Gesamtsystem aus Meetings, Artefakten, Rollen und Werten. Es stellt ein einfaches Prozessmodell für die Entwicklung von Produkten dar und basiert auf den Grundsätzen der agilen Softwareentwicklung.

Scrum setzt sehr stark auf die Selbstorganisation der Teammitglieder. Ein Projektmanager mit umfangreicher Autorität im klassischen Sinne existiert in Scrum nicht.

Ken Schwaber, Jeff Sutherland und Mike Beedle entwickelten Scrum in den 1990er-Jahren und arbeiten seitdem an seiner Weiterentwicklung und Verbreitung.

Als Software-Entwicklungsmethode wird Scrum das erste Mal in dem Buch »Wicked Problems, Righteous Solutions« [DeGra90] beschrieben. Scrum in Produktionsumgebungen wird zum ersten Mal in dem Artikel »The New New Product Development Game« [NewNew86] erläutert und später in »The Knowledge Creating Company« [TheKno95] weiter ausgeführt.

Schwaber legte 2003 ein Zertifizierungsprogramm zum »Certified Scrum Master« vor. Dieses entwickelte er seit 2009 weiter zu zwei Professionalisierungstufen, den „Professional Scrum Master I“ und „Professional Scrum Master II“. Ein Beweggrund dabei ist es, die agilen Grundsätze und das Framework Scrum von seinem »semiprofessionellen« Stigma zu befreien. So ist ein häufig eingebrachter Einwand gegenüber dem agilen Ansatz, dass die darin geforderten Prinzipien nur bei relativ kleinen Entwicklungen mit wenigen Beteiligten funktionieren können. Praxiserfahrungen mit großen und sehr großen Projekten, davon einige mit mehr als 300 Teammitgliedern, zeigten jedoch, dass auch hier die agile Softwareentwicklung erfolgreich angewendet werden kann.