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Item Definition

Die Item Definition ist der erste Schritt der Threat Analysis and Risk Assessment (TARA) nach ISO/SAE 21434 und deren einzige normative Voraussetzung. Sie legt fest, was analysiert wird: das Item — ein System oder Verbund von Bauteilen, der eine Funktion auf Fahrzeugebene umsetzt — mit seinen Funktionen, seiner vorläufigen Architektur und der Item Boundary, also der Grenze zu seiner Umgebung. Dazu kommen die cybersecurity-relevanten Gegebenheiten und Annahmen, auf die sich die Analyse stützt.

Was in eine Item Definition gehört

Die Norm verlangt an dieser Stelle genau drei Dinge: die Item Boundary, die Funktionen des Items und eine vorläufige Architektur. Die Boundary wird über die Schnittstellen zu anderen Items im Fahrzeug und zu Systemen außerhalb beschrieben. Die vorläufige Architektur beschreibt die innere Struktur: aus welchen Komponenten das Item besteht, wie sie verbunden sind, welche Daten fließen und gespeichert sind und welche Schnittstellen nach außen führen. Modellbasiert beschreibt man sie über fünf Elementtypen: Funktionen, Komponenten, Kanäle, Datenflüsse und Daten.

Warum die Norm damit anfängt

Jeder folgende TARA-Schritt baut auf der Item Definition auf: Assets sind Elemente des Items, Bedrohungsszenarien verletzen Sicherheitseigenschaften dieser Assets, und Angriffspfade laufen entlang der Kanäle und Schnittstellen, die die Architektur beschreibt. Auch die Verifikation der Analyse prüft ausdrücklich deren Vollständigkeit gegenüber der Item Definition. Vollständigkeit lässt sich nur an einem definierten Item messen; an einem unscharfen Item gemessen ist jede Analyse „vollständig“.

Item Definition in der Praxis

Die vorläufige Architektur ist genau das: vorläufig. Im Lauf der Entwicklung wird sie durch die tatsächliche Architektur abgelöst, und jede dieser Ablösungen betrifft die Assets, Bedrohungsszenarien und Angriffspfade, die auf ihr aufgebaut sind. Eine statische Item Definition entkoppelt sich deshalb schnell von der Engineering-Realität, und jedes nachgelagerte TARA-Ergebnis erbt diese Drift stillschweigend. Für prüffähige Analysen nach ISO/SAE 21434 bewährt sich ein lebendes Modell, das mit den führenden Ständen im Engineering synchron bleibt. Warum dieser Schritt über die Qualität der gesamten TARA entscheidet, beschreibt unser ausführlicher Artikel zur Item Definition.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was verlangt die ISO/SAE 21434 für die Item Definition?
Genau drei Dinge: die Item Boundary, also die Grenze des Items zu seiner Umgebung, die Funktionen des Items und eine vorläufige Architektur. Dazu kommen die cybersecurity-relevanten Gegebenheiten und Annahmen, auf die sich die Analyse stützt — etwa dass eine genutzte PKI-Zertifizierungsstelle ordentlich betrieben wird.
Wie detailliert muss eine Item Definition sein?
Detailliert genug, dass die Analyse trägt, aber keine Kopie der E/E-Architektur. Eine bewährte Prüffrage: Ein Detail gehört in die Item Definition, wenn es ein Asset, ein Bedrohungsszenario, einen Angriffspfad oder eine Bewertung verändern kann. Die Untergrenze setzt das Schwachstellenmanagement: Die Komponenten müssen fein genug geschnitten sein, dass SBOM-Einträge an ihnen andocken können.
Was ist ein Item im Sinne der Norm?
Ein System oder ein Verbund von Systemen, der eine Funktion auf Fahrzeugebene umsetzt — etwa ein Bremssystem oder eine Telematikeinheit. Die Item Boundary trennt das Item von anderen Items im Fahrzeug und von Systemen außerhalb, beschrieben über seine Schnittstellen.
Fachlich geprüft von Jens Bühl, Product Owner am 21. August 2026