MoRA (Modular Risk Assessment)
MoRA (Modular Risk Assessment) ist eine Methodik für Security-Risikoanalysen, die am Fraunhofer AISEC (Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit) entwickelt wurde. Sie strukturiert die Analyse modellbasiert und modular und ist eine der etablierten Methodiken, mit denen sich eine Threat Analysis and Risk Assessment (TARA) nach ISO/SAE 21434 praktisch durchführen lässt.
Die vier Phasen
MoRA gliedert die Risikoanalyse in vier aufeinander aufbauende Phasen:
- System modellieren: Die Daten über das zu bewertende System werden gesammelt und als Modell erfasst — mit Funktionen, Komponenten, Daten und Datenflüssen als Modellierungselementen. Das entspricht der Item Definition der ISO/SAE 21434.
- Schutzbedarf identifizieren: An den Systemelementen werden Sicherheitseigenschaften wie Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit verankert. Daraus entstehen Sicherheitsziele, deren Schadenspotenzial über Schadenskriterien wie Safety- und finanzielle Folgen bewertet wird.
- Bedrohungen analysieren: Bekannte Bedrohungen werden — etwa auf Basis von Katalogen — gegen die Systemelemente geprüft und über Risikofaktoren wie Zeit, Zugang, Wissen und Ausrüstung bewertet.
- Risiken analysieren: Über das Systemmodell wird berechnet, wie Sicherheitsziele bedroht sind; aus Schadenspotenzial und Angriffsaufwand ergibt sich per Propagation der Risk Level jedes Risikos.
Warum modular?
Das namensgebende Prinzip ist die klare Trennung der Bausteine, insbesondere von Impact-Bewertung und Bedrohungsbewertung. Sie sorgt dafür, dass die Methode mit dem Stand des Entwicklungsprozesses skaliert: Der Schutzbedarf lässt sich bereits in der Designphase bewerten, bevor Details der Umsetzung feststehen, und die Bedrohungslage kann später aktualisiert werden, ohne die Schutzbedarfsanalyse anzutasten. Zugleich werden Bausteine wie Bedrohungskataloge und Bewertungsschemata über Projekte hinweg wiederverwendbar.
MoRA in der Praxis
Von MoRA inspirierte, werkzeuggestützte Workflows — etwa in itemis SECURE — setzen die vier Phasen als verknüpfte Modellelemente um, sodass Bewertungsänderungen automatisch entlang der Verknüpfungen propagieren. Wie eine solche TARA im Detail abläuft, beschreibt unser Artikel zur TARA; den normativen Rahmen liefert die Spoke-Seite zu Cyber Security.


